Gefühle – warum wir ihnen nicht ausgeliefert sind

Eigenverantwortung zu übernehmen ist sehr wichtig, wenn wir unser Leben aktiv selbst bestimmen wollen. Verantwortung für unsere Gefühle zu übernehmen, ist dabei von ganz großer Bedeutung!
Dazu ein grundsätzlicher Gedanke:
Kennst du diese Momente, wo plötzlich ein Gefühl wie Schuld, Scham, Ärger, Frust oder dergleichen in dir aufsteigt? Blitzschnell, unaufhaltsam und die Kehle zuschnürend? Und das nur weil jemand etwas zu dir gesagt hat, dass dich eiskalt aus dem Hinterhalt erwischt hat! Vielleicht hast du gehört, dass ein Kollege schlecht über dich geredet hat. Oder bei einem Telefonat mit einer Freundin hörst du unterschwellig den Vorwurf, dass du dich ja schon lange nicht mehr gemeldet hast. Oder dein Partner meint, dass du dich im Vergleich zu euren Anfängen eurer Beziehung verändert hast.
Die meisten Menschen denken dann: Der andere ist Schuld daran, dass ich mich schlecht fühle.
DOCH: Da liegt meiner Meinung nach ein großer Irrtum vor!
Die anderen machen nicht unsere Gefühle, sondern das sind wir selbst!
Und eines ist ganz besonders wichtig:
Wir SIND nicht unsere Gefühle! Wir HABEN Gefühle!
Gehe hin und fühle!
Dieses wunderbare Wortspiel von Robert Betz bringt es auf den Punkt. Gefühle sind da, um sie zu fühlen. Leider vergessen wird das allzu oft und versuchen unangenehme Gefühle zu verdrängen.
Neulich habe ich mit einer Frau gesprochen, die im absoluten Burnout gelandet ist. Job, kleines Kind, hoher Perfektionsanspruch und es immer allen recht machen wollen – ZACK mitten im Zusammenbruch.
Das kann wirklich jeden treffen! Und vor allem ist es kein Zeichen von Schwäche sich dann Hilfe zu holen und dazu zu stehen. Ich sehe es als Stärke an, dass jemand Verantwortung für sich und sein Leben und für seine Gefühle übernimmt. Respekt vor jedem, der diesen Schritt geht.
In diesem Gespräch wurde mir eines wieder klar:
Die Essenz des Lebens ist fühlen!
Wenn du aus irgendwelchen Gründen deine Gefühle nicht fühlen willst und somit ihre Signale nicht beachtetst, dann schneidest du dich von ihnen ab und du entfernst dich immer mehr von dir selbst! Und irgendwann bist du an dem Punkt angelangt, wo du einfach nicht mehr weiter weißt. Und am Schlimmsten kommt es dann, wenn du in weiterer Folge die Signale deines Körpers ignorierst.
Es gibt da diesen Spruch, der solch eine Entwicklung sehr gut beschreibt: „Sagt die Seele zum Körper: Zeige du es ihm (also dem Menschen), denn auf mich hört er ja nicht!“
Die Methoden wieder ins Fühlen zu kommen sind vielfältig. Letztendlich geht es nicht darum seine Gefühle zu unterdrücken, sie wegmachen zu wollen, sondern darum wieder fühlen zu lernen.
Fühlen holt dich in die Gegenwart zurück, raus aus dem Kopf – rein ins Herz! Und vor allem zurück zu dir, zu deiner einzigartigen Essenz.
Die Frage, die du dir vielleicht jetzt stellst: „Wie schaffe ich es wieder meine Gefühle zuzulassen? Meine Anregung dazu:
Gefühle erstmal annehmen!
Dazu möchte ich dich zu folgender Übung einladen:
Stelle dir vor dein Körper wäre ein wunderschöner Palast. Draußen vor der Tür warten schon viele Gäste. Diese Gäste sind deine Gefühle – von tiefer Trauer über Angst, Scham, Wut bis hin zur Freude, Liebe, Spaß und Leichtigkeit. Alle wollen dich gerne besuchen.
Du begrüßt sie nun alle herzlich, lässt sie eintreten und jeder einzelne Gast erhält sein eigenes Zimmer. Welches du ihnen gibst, liegt an dir. Alle sind immer herzlich willkommen bei dir. Wenn einer etwas unangenehm wird für dich, dann sei besonders freundlich zu ihm, biete ihm z.B. einen Tee an und lass es ihm vielleicht im Spa-Bereich (wenn dein Palast so etwas bietet ;-)) gemütlich machen. Gib ihnen Zeit, lass sie da sein und auch wieder weiterziehen. Sie wollen nur gesehen, akzeptiert und gehört werden. Wenn du ihnen deine Aufmerksamkeit und deine Gastfreundschaft geschenkt hast, dann gehen sie von ganz alleine wieder – vielleicht schneller als du je gedacht hättest.
Wenn du es aber gar nicht fühlen willst und so schnell wie möglich wieder weiter haben willst, dann bleibt es aber wahrscheinlich viel länger. Das bezeichnet man dann als Emotion (energy in motion), es setzt sich dann in deinem Körper fest. Das kann sein in Form von Verspannungen, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Verdauungsproblemen usw.
Jetzt denkst du vielleicht: Ich fühle ja jetzt schon viel zu viel, ich möchte da raus! Hinterfrage aber bitte für dich, ob das wirklich deine Gefühle sind oder vielleicht eher deine Gedanken, die immer um eine Sache kreisen und dadurch schlechte Gefühle verursachen. Dann schau dir bitte deine Gedanken an, die sind dann die Ursache.
Wusstest du, dass wir täglich bis zu 60.000 Gedanken haben? 60.000 Geschichten in jeder Variation. Und das jeden Tag! Und jetzt kommts noch: 98% davon sind immer dieselben Gedanken. Geschichten, Gedanken und Wiederholungen von Dingen, die wir gelernt oder gehört haben. Sei es von unseren Eltern, von Lehrern, von Freunden, aus den Medien. Nur 2 % davon sind neue Gedanken! Krass oder?
Nun lade ich dich ein, dich zu fragen:
Welches unangenehme Gefühl kommt dich jeden Tag besuchen? Was möchte es dir sagen?
Jeder Mensch hat dieses eine negative Gefühl das häufiger auftaucht als andere. Welches Gefühl ist es bei dir? Hast du dich mit diesem Gefühl schon auseinandergesetzt? Stelle dir vor, du ladest es in deinen Palast ein, ihr trinkt gemütlich etwas miteinander und du fragst es, welche Botschaft es dir gerne mitteilen möchte. Angenommen, du könntest die Antwort hören. Welche wäre es?
Wenn du Unterstützung dabei brauchst, nimmt dir einen Coach zur Seite, der dich bei deinem Prozess begleiten kann, dir Impulse gibt, dass du deine Antworten findest!
Sei es DIR wert!
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